Das Trentino, amtlich Autonome Provinz Trient (italienisch Provincia autonoma di Trento), ist eine Provinz im Norden Italiens und der südliche Teil der Region Trentino-Südtirol. Ihre Autonomie erhielt die Provinz 1972 durch das Zweite Autonomiestatut, mit dem die Region entmachtet und die Autonomie an die Provinzen Trient und Bozen – Südtirol weitergereicht wurde. Die Provinz hat 546.709 Einwohner (31. Dezember 2024), eine Gesamtfläche von rund 6200 Quadratkilometern und gliedert sich in 166 Gemeinden mit 15 Talgemeinschaften. Das Trentino ist zudem Teil der Europaregion Tirol–Südtirol–Trentino, die im Wesentlichen dem Gebiet des Kronlandes Tirol des früheren Kaisertums Österreich und der nachfolgenden österreichisch-ungarischen Monarchie entspricht.
Größte Stadt und Sitz der autonomen Landesregierung ist Trient, das vor allem für das im 16. Jahrhundert abgehaltene Konzil bekannt ist. Seit 1989 wirbt der Trentiner Fremdenverkehrsverband mit einem Schmetterling als Markenzeichen, da das Trentino in seinen Umrissen einem solchen ähnelt. Dabei wird auf einen Vergleich Cesare Battistis zurückgegriffen, der bereits Ende des 19. Jahrhunderts die Form des Landes mit der eines Schmetterlings beschrieben hat. Der Naturpark Adamello-Brenta, die seenreiche Berglandschaft und nicht zuletzt die zahlreichen Skigebiete, darunter Madonna di Campiglio, verhalfen der Provinz ab den 1970er Jahren zu einem touristischen Aufschwung.
Namen
Der Name Trentino bezeichnete ursprünglich ab dem 17. Jahrhundert das Land um die Stadt Trient (ältester Beleg 1670). Die Bewohner der Stadt wurden Trentini genannt. Seit dem 19. Jahrhundert wurde die Bezeichnung im Zuge der Sezessionsbestrebungen italienischer Nationalisten von Tirol und Österreich auf das gesamte Gebiet der beiden Tiroler Kreise Trient und Rovereto ausgedehnt. Die beiden im Zuge der Verwaltungsreform von 1803 errichteten Kreise umfassten die geschlossen italienisch besiedelten Gebiete Tirols, das ladinische Fassatal und weitere von Ladinern und Deutschen bewohnte Sprachinseln. Im Wesentlichen war damit das Gebiet der heutigen Autonomen Provinz Trient gemeint.
Erstmals im nationalpolitischen Sinne gebraucht wurde die Bezeichnung Trentino 1810 vom Juristen und ehemaligen Hofkanzler des Hochstifts Trient Francesco Vigilio Barbacovi. Die Bezeichnungen Trentino und Trentini wurden im Vormärz popularisiert, insbesondere mit dem Reisehandbuch des aus dem Nonsberg stammenden Priesters Gioseffo Pinamonti von 1836, und von der italienischen Nationalbewegung ab 1866 allgemein im nationalpolitischen Gegensatz zu Tirol und Tiroler gebraucht.
In ähnlicher Weise wurde von deutschsprachiger Seite im inoffiziellen Sprachgebrauch der Begriff Welschtirol (auch Welsch-Tirol), Welsch-Südtirol oder schlicht Südtirol für das heutige Trentino benutzt, um den italienisch- und ladinischsprachigen (auch jenen im heutigen Südtirol) vom deutschsprachigen Teil Tirols zu unterscheiden und jeglichen italienischen Ansprüchen auf diesen Teil Tirols auch sprachlich Einhalt zu gebieten. Der sich abzeichnende Nationalitätenkonflikt fand bereits in der Wahl des Landesnamens seinen Ausdruck und im Laufe des 19. Jahrhunderts bezeichneten sich italienisch Gesinnte zunehmend als Trentini und österreichisch Gesinnte als Tiroler.
Die Südtirol entsprechende Bezeichnung Tirolo Meridionale lebt in der Bezeichnung des Schützenbundes Compagnie Schützen del Tirolo Meridionale weiter. Hervorgehoben wird die Zugehörigkeit zu Alttirol auch im Namen des PATT (Partito Autonomista Trentino Tirolese), einer auf Autonomie bedachten Regionalpartei.
Amtlich trägt das Gebiet den Namen Autonome Provinz Trient, umgangssprachlich ist meist vom Trentino die Rede. Amtliche Bedeutung erhielt die Bezeichnung im Namen der 1948 errichteten Region Trentino-Südtirol, seit 1972 Autonome Region Trentino-Südtirol.
In den Minderheitensprachen wird das Trentino amtlich als Provinzia Autonoma de Trent (auf Ladinisch), Sèlbstendig Provintz vo Tria (auf Zimbrisch) und Autonome Provinz va Trea’t (auf Fersentalerisch) bezeichnet.